Eine Zugfahrt, die ist lustig

Zugfahren hatte eine echt einschläfernde Wirkung… Die Augen geschlossen, den Kopf gegen das Fenster gelehnt döste Tom vor sich hin. Die letzte Nacht forderte ihren Tribut, zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol und heute morgen viel zu früh aufstehen um den Zug zu erwischen. Zu seiner Erleichterung war der Regionalexpress nicht sehr voll, sodass er die erste halbe Stunde ein Viererabteil für sich allein gehabt hatte. Als der Zug jetzt etwas ruckelnd zum Stehen kam, öffnete er die Augen und schüttelte verwundert den Kopf. Das war nicht sein Zielbahnhof, genauer gesagt, sah das nicht aus wie irgendein Bahnhof. Auch die Provinzbahnhöfe, an denen der Zug planmäßig anhielt, hatten zumindest einen Bahnsteig. Hier vor dem Fenster gab es nichts außer Wiesen und ein paar Schafe. Aber warum hielt der Zug dann hier?
„Wahrscheinlich eine Zugkreuzung“ Verwirrt schon Tom seine Kopfhörer nach hinten und erkannte, dass er nicht mehr allein im Abteil saß. Der Junge musste eingestiegen sein, als er geschlafen hatte, sonst wäre ihm dieser Schnuckel sicher aufgefallen. Offensichtlich schaute er ihn immer noch an, als wäre er nicht mit besonders viel Intelligenz gesegnet, also bemühte sich sein Gegenüber um eine Erklärung: „Auf der Strecke kommt es häufiger zu Zugkreuzungen; der Regionalexpress muss warten, weil ein ICE Vorrang hat.“
„Verstehe“ Das tat Tom nun tatsächlich. „Dann sollte es ja nicht allzu lange dauern.“
„Nein, normalerweise nur ne Sache von ein paar Minuten“

Tom nickte und betrachtete den anderen Jungen so genau wie es möglich war, ohne ihn offensichtlich anzustarren. Er schätze ihn auf etwas jünger als sich selbst und mit seinen dunkelblonden wuscheligen Haaren, dem süßen Lächeln und den großen dunkelblauen Augen war er echt ein hübscher Kerl. Bemüht, das Gespräch am Laufen zu halten, fragte er: „Fährst du die Strecke öfter?“ Das Lächeln verschwand und ein Schatten legte sich auf das attraktive Gesicht. Scheiße, offensichtlich war das in dem Fall keine geeignete Smalltalk-Frage. „Sorry, ich wollte nicht…“, begann er, aber der Blondschopf winkte ab. „Schon gut“, entgegnete er. „Ich bin die Strecke oft gefahren, von meinem Exfreund zu mir nach Hause. Heute ist wahrscheinlich die letzte Fahrt, ich hab meinen restlichen Kram geholt.“ Er nickte zu der großen Reisetasche im Gepäckfach und Tom schluckte. Okay, frisch getrennt, das war traurig, aber hey, wenn er einen Exfreund hatte, war er auf jeden Fall mindestens bi. Direkt wie immer fragte Tom also nach: „Exfreund? Du bist also…“
„Ja, ich bin schwul!“ Das klang schon fast trotzig, der Blick war herausfordernd, die blauen Augen blitzten. „Wenn du ein Problem damit hast, bitteschön – gibt ja noch genug freie Plätze, dann setz dich einfach woanders hin!“
„Schon gut, ich hab ganz sicher kein Problem damit“, versicherte Tom schnell. „Ich hab aus eigener Erfahrung heraus gefragt.“ Jetzt wurde der Blick des anderen offener. „Du auch?“, fragte er und als Tom nickte, schien er kurz mit sich zu kämpfen, aber seine Neugier siegte: „Wissen die Leute in deinem Umfeld Bescheid?“
„Ja und ich hatte Glück mit meinem Coming Out. So wie du fragst, ist es bei dir nicht so einfach?“
Der Junge spielte mit einer blonden Ponysträhne und murmelte: „Nein… Meine Eltern sind nicht glücklich darüber, aber immerhin sind sie nicht komplett ausgerastet. Aber in der Schule ist es die Hölle.“
„Schule?“ Hoppla, war der Kerl etwa jünger als er gedacht hatte?
„Ja, ein katholisches Gymnasium. Ich hab noch ein halbes Jahr, bis ich mein Abi hab. Und dann will ich ausziehen, studieren, irgendwohin, wo die Leute hoffentlich toleranter sind.“
„Verstehe“ Tom nickte und hielt ihm dann die Hand hin. „Ich bin übrigens Tom.“
„Luca“, stellte sich der Blondschopf vor und Tom hielt seine Hand einen winzigen Moment länger fest als nötig. Sie unterhielten sich noch eine Weile, Tom stellte fest, dass Luca mit gerade 18 tatsächlich zwei Jahre jünger war als er selbst und neben einem schwierigen Comingout auch eine schwierige Trennung hinter sich hatte.

Plötzlich unterbrach er sich selbst, warf einen irritierten Blick auf sein Handy und sagte: „Also für einen durchfahrenden ICE stehen wir aber schon echt lange hier rum.“ Tom nickte, durch die nette Unterhaltung und den netten Anblick war es ihm zwar nicht lang vorgekommen, aber Luca hatte Recht. Wie aufs Stichwort knackten in dem Moment die Lautsprecher und die blecherne Stimme eines Zugbegleiters ertönte „Liebe Fahrgäste, aufgrund eines liegengebliebenen Zugs auf der Strecke vor uns sind wir hier außerplanmäßig zum Stehen gekommen. Bitte bleiben Sie im Zug, wir werden Sie informieren, sobald die Störung behoben ist und wir unsere Fahrt fortsetzen können. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.“ „Und wenn ich aber nun kein Verständnis habe?“, seufzte Luca und Tom zuckte mit den Schultern. „Deutsche Bahn eben, was will man erwarten?“ Wenn er ganz ehrlich war, war er ausnahmsweise gar nicht so traurig über die Verzögerung. Er hatte an dem Abend sowieso nichts mehr vor, seine beiden Mitbewohner würden erst morgen wiederkommen, also erwartete ihn nur die leere WG. Sich mit einem so hübschen Typen unterhalten, war eine nette Abwechslung und wenn sich das noch eine halbe Stunde länger hinziehen würde, hätte er auch nichts dagegen. Er kramte seine Wasserflasche heraus, nahm einen großen Schluck und überlegte, wie er den anderen nach seiner Handynummer fragen konnte, ohne dass allzu plump rüber käme. Der seufzte nochmal leicht, veränderte seine Sitzposition und fragte: „Musst du einen Anschlusszug erwischen?“
„Ne, zum Glück nicht. Ich steige am Hauptbahnhof aus und kann dann laufen. Und du?“
„Ich fahre noch ein Stück mit dem Bus, zu Fuß wäre es mir doch zu weit. Mit der Bahn muss ich glücklicherweise auch nicht mehr weiter.“ Schau an, dann wohnte der Junge also nicht allzu weit entfernt… Der seufzte schon wieder, aus irgendwelchen Gründen schien er sich nicht mehr so wohl zu fühlen wie zu Beginn ihres Gesprächs. Hatte er ihn zu viel ausgefragt? Oder zu sehr angestarrt? Er grübelte, wie er das Gespräch am Laufen halten könnte, da rutschte Luca wieder unbehaglich auf seinem Sitz hin und her und begann, ganz leicht mit dem Fuß zu wippen. Tom zog die Augenbrauen hoch, vielleicht waren es gar nicht die Gesprächsthemen. „Alles okay?“, erkundigte er sich unschuldig und Luca nickte. „Klar, ich geh nur mal kurz wohin“

Damit erhob er sich, verließ das Abteil und Tom stellte fest, dass er inzwischen auch ziemlich dringend auf Toilette musste. Zu seiner Erleichterung musste er sich dafür nicht mit ekligen Zugklos auseinandersetzen. Grinsend strich er unter seiner Jeans über die Windel, die er sich bei seinen Eltern im Badezimmer angezogen hatte, bevor die ihn zum Bahnhof gefahren hatten. Manchmal konnte so eine ungewöhnliche Vorliebe auch ganz praktisch sein. Er streckte die Beine, versuchte, sich zu entspannen. Sonst schaffte er es meist recht problemlos, die Windel in verschiedenen Positionen und Situationen zu benutzen, aber diesmal wollte es irgendwie nicht klappen. Achselzuckend erhob er sich von seinem Sitz, streckte sich und trat an das mit Blütenpollen bedeckte Fenster. Scheinbar die spektakuläre Aussicht auf Weizenfelder genießend, spürte er das angenehm vertraute Gefühl der nasser werdenden Windel. Er musste sich beherrschen, die Hände locker neben seinem Körper baumeln zu lassen, wie gern wäre er jetzt hinter verschlossener Tür in seinem Zimmer statt in einem herumstehenden Zug, allein mit sich und der inzwischen spürbar dicker gewordenen Windel. Allein oder mit dem hübschen Kerlchen, der scheinbar ganz schön nötig auf Toilette gemusst hatte…

Eben dieser riss ihn aus seinen Gedanken, als er ins Abteil zurückkam. Nanu, warum sah er denn immer noch so unentspannt aus? „Hoffentlich geht das hier bald weiter!“ Auch in seiner Stimme schwang eine hörbare Anspannung mit und Tom fragte: „Alles okay?“
„Wie man’s nimmt“ Luca versuchte, zu grinsen, das Ergebnis fiel etwas halbherzig aus. „Die blöde Toilette ist mal wieder außer Betrieb, gefühlt kommt das ständig vor. Irgendwie kriegen die es nicht hin, Sachen instand zu halten. Aber na ja, es ist ja nicht mehr weit.“
„Genau, und es geht hier auch sicher gleich weiter.“
„Ja, bestimmt“ Luca schien sich mit der Aussage mehr selbst überzeugen zu wollen, als dass er es glaubte, und Tom ertappte sich bei dem Gedanken an das Gegenteil. Bei dem Gedanken daran, dass es nicht so bald weiterginge, er noch länger mit Luca hier sitzen würde und der zunehmend dringender auf Toilette musste. Tom spürte, wie sein Herzschlag sich beschleunigte, erinnerte sich mir rotem Kopf an die Fotos und Videos, die er sich auf gewissen Internetseiten ansah. Nicht nur Aufnahmen von Jungs in Windeln, sondern auch von solchen, die offensichtlich auf Toilette mussten, je dringender das Bedürfnis und je verzweifelter der Junge, desto spannender das Video. Und in den besonders guten schaffte der arme Kerl es nicht, hielt nicht solange aus, bis er pullern gehen konnte. Der Gedanke an die Art Videos, an seine Aktivitäten beim Anschauen und der Blick in Lucas Gesicht ließen es Tom ganz heiß werden.

„Schluss damit!“, schalt er sich selbst in Gedanken. Der arme Kerl hatte ein bisschen Mitgefühl verdient, stattdessen machte er ihn zum Gegenstand seiner Wichsphantasien. Statt sich zu wünschen, er würde sich in die Hose machen, könnte er ihm natürlich auch die Ersatzwindel aus seinem Rucksack anbieten… Er schüttelte energisch den Kopf, als könne er damit die unpassenden Gedanken herausschütteln, und bemühte sich, sich möglichst normal zu benehmen, „Weißt du du schon, was du studieren willst?“ Okay, nicht unbedingt eine super geistreiche Frage, als Abiturient bekam man die schließlich immer und überall gestellt. Aber Luca schien dankbar für die Ablenkung und während er antwortete, versuchte Tom, ihn zu beobachten, ohne ihn allzu offensichtlich anzustarren. Luca erzählte, was ihn interessierte, was er sich vorstellen konnte, in welchen Schulfächern er gut und weniger gut war. Er war auch vorher nicht schüchtern gewesen, aber jetzt wirkte es auf Tom, als wolle er sich mit seinem Redeschwall selbst beruhigen. Bei seinem Interesse für Psychologie begann er, deutlich mit dem linken Bein zu wippen, bei der Befürchtung, was Statistik in diesem Studiengang betraf, zog er hörbar die Luft ein und verzog das Gesicht und bei der Feststellung, dass Mathe noch nie seine Stärke gewesen war, musste er sich auf seinem Sitz ein bisschen nach vorne beugen und hielt die Hände verdächtig nah an seinen Unterkörper. Tom konnte nicht anders, er hatte ihm helfen, ihn ablenken wollen, aber die Verzweiflung seines Gegenübers war inzwischen zu offensichtlich und faszinierte ihn zu sehr. „So schlimm?“, fragte er und bemühte sich, seine Stimme mitfühlend klingen zu lassen. Luca zuckte etwas verlegen die Achseln. „Ziemlich“, musste er dann zugeben. „Ich hab viel zu viel Kaffee getrunken und war dann zu spät dran, um am Bahnhof nochmal schnell aufs Klo zu gehen. Das war dumm, aber dass die Toilette hier mal wieder außer Betrieb ist und der Zug eine Ewigkeit in der Botanik rumsteht, konnte ja keiner wissen.“
„Stimmt“

Sie schwiegen eine Weile, dann grinste Luca mit einer Art Galgenhumor: „Ja tut mir Leid, wir haben uns so gut unterhalten und jetzt – na ja, jetzt zappel ich hier rum wie ein Kleinkind, das furchtbar dringend aufs Klo muss.“ Er hatte inzwischen jeglichen Versuch aufzugeben, noch zu verbergen, wie nötig es inzwischen war und Tom konnte nicht anders, er musste auch grinsen: „Na zumindest der zweite Teil stimmt ja ganz offensichtlich.“
„Ja leider“, jammerte Luca. „Meine Güte, kann das nicht endlich mal weitergehen hier?“ Er biss sich heftig auf die Unterlippe, presste die wippenden Knie aneinander und musste letzten Endes auch eine Hand zur Hilfe nehmen. „Tut mir Leid“, wiederholte er und Tom spürte, wie sich sein Atem bei dem Anblick beschleunigte, und das Blut, das nicht anderweitig in Verwendung war, in seinen Ohren rauschte. „Muss es nicht“, versicherte er, hörte selbst, dass seine Stimme nicht mehr neutral oder mitfühlend klang. Und da sein Gehirn offenbar nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt wurde, ergänzte er: „Im Gegenteil“
„Wie jetzt?“ Luca zog die Augenbrauen hoch und Tom hätte sich selbst ohrfeigen wollen. Was für ein idiotisches Geständnis, damit hatte er Luca nun garantiert verstört. Aber dessen Blick war fragend, neugierig, ein bisschen amüsiert und immer noch verzweifelt – vieles also, aber nicht verstört. Tom konnte dem neugierigen Blick nicht standhalten, senkte den Kopf und erstarrte. Das bildete er sich doch ein! Aber als er sich traute und ein bisschen nach oben schielte, erkannte er, dass dem nicht so war. Luca kicherte! Tom schüttelte den Kopf, spürte aber, wie Erleichterung ihn durchströmte – Erleichterung und wachsende Erregung. Luca beobachtete ihn jetzt genauso ungeniert wie umgekehrt und seine Stimme klang halb erstaunt, halb amüsiert. „Du stehst da drauf!“ Mehr Feststellung als Frage und Tom gab die verlegene Antwort des anderen zurück. „Tut mir Leid.“
„Muss es nicht“, erwiderte Tom und angesichts der absurden Situation mussten beide grinsen. Luca hatte inzwischen alle Heimlichtuerei aufgegeben und schien nur noch mit seiner vollen Blase beschäftigt. Tom konnte sein Glück immer noch nicht ganz fassen. In einem Winkel seines Bewusstseins regte sich das schlechte Gewissen, eigentlich sollte man eine so offensichtliche Notsituation nicht so schamlos ausnutzen, wie er das gerade tat. Aber er schob die Pinocchio Grille ganz weit weg, befahl ihr, den Mund zu halten und tat das einzige, was man mit so einer Situation anfangen konnte: Er lehnte sich zurück und genoss.

War er bis vor Kurzem noch sicher gewesen, die Geschichte würde für Luca gut (und trocken) ausgehen, keimte langsam Hoffnung in ihm auf. Der Zug stand nach wie vor still und der andere saß alles, nur nicht mehr still. Er presste beide Hände in den Schritt, versuchte, sich im sitzen so weit wie möglich einzurollen und als er schließlich von seinem Sitz rutschte und sich mit dem Rücken an die Sitzfläche lehnte, ahnte – und hoffte – Tom, dass er es tatsächlich nicht mehr lange würde aushalten können. Er sollte Recht behalten. Trotz der fest in den Schritt gepressten Hände erkannte Tom, wie sich darunter ein größer werdenden Fleck ausbreitete, schnell nicht mehr von beiden Händen bedeckt werden konnte und die dunkle Jeans sich noch dunkler verfärbte. Im gleichen Maß wie seine Hose nass wurde, wurde Lucas Gesicht bleich, die Augen weit aufgerissen, die Unterlippe zitternd. Tom konnte nicht anders als auch diesen Anblick zu genießen, auch die Beschämung und das Entsetzen des hübschen Jungen erregten ihn auf eine schwer zu beschreibende Art. Für einen kurzen Moment hatte auch seine Hände vorne auf seine Jeans gepresst, ganz ohne dass er auf die Toilette musste. Allerdings riss er sich zusammen, auch wenn sein Körper nach etwas ganz anderem verlangte. Er setzte sich neben Luca auf den Boden, der legte den Kopf auf die Knie und beide zuckten zusammen, als der Zug sich ohne Ankündigung ruckelnd wieder in Bewegung setzte. „Na großartig“, murmelte Luca, den Kopf immer noch in den verschränkten Armen vergraben. „Jetzt sind wir fast zu Hause.“
„Tut mir Leid“, wiederholte Tom etwas hilflos, nun doch von schlechtem Gewissen geplagt, aber daraufhin hob Luca den Kopf und schaute ihn mit blitzenden Augen an. „Tut es nicht“
„Stimmt“, musste Tom zugeben, ergänzte aber schnell: „Vielleicht ein bisschen“
„Höchstens ein ganz kleines bisschen“, unterstellte ihm Luca und sie mussten beide grinsen – ein bisschen zittrig, ein bisschen unsicher, aber ehrlich. Luca erhob sich vorsichtig, wischte sich scheinbar irritiert die Hände an einem trockenen Teil seiner Jeans ab und begutachtete das Ausmaß des Schadens. Tom erhaschte dabei mehr als nur einen Blick auf den knackigen Hintern des Jungen, bevor dieser einen Pullover aus seinem Rucksack kramte und ihn sich so um die Hüften band, dass die größten nassen Flecken bedeckt waren. „Ich muss mich zu Hause irgendwie reinschleichen ohne meinen Eltern, oder schlimmer, meiner kleinen Schwester über den Weg zu laufen“, murmelte er und Tom spürte, wie es in ihm zuckte. Konnte er das wirklich tun? Aber er hatte im Endeffekt nichts zu verlieren. Wenn Luca ablehnte, würden sie ihrer Wege gehen, er würde das eben Gesehene für immer auf seiner Netzhaut abspeichern und in gewissen Stimmungen daran denken können. Also was soll’s?
„Also wenn du willst…“
„Ja?“ Luca schaute ihn fragend an und er schlug vor: „Na ja, wenn du willst, könntest du mit zu mir kommen. Ich bin bis morgen allein in meiner WG und wir haben den Luxus einer funktionierenden Dusche und eine Waschmaschine.“
Luca zögerte einen kurzen Moment, schien mit sich zu kämpfen und Tom grinste: „Ich kann dir auch verraten, warum ich mir nicht in die Hose gemacht hab, obwohl ich mindestens genauso dringend musste wie du.“
Die Fragezeichen in Lucas Gesicht wurden noch größer, aber er wirkte nicht ablehnend. Und als der Zug im Hauptbahnhof einfuhr, griff er nach seiner Tasche und schaute Tom auffordernd an: „Na dann, wo müssen wir hin?“

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