Unfall mit Folgen Teil 11: Love is in the air

„Perfektes Wetter, man könnte es sich nicht schöner vorstellen am ersten Advent“, kommentierte Andy am nächsten Montag den Blick aus dem Fenster des Klassenzimmers. Tatsächlich goss es in Strömen und war bei sieben Grad zwar ungemütlich und stürmisch, aber deutlich zu warm für vorweihnachtliche Stimmung. „Apropos Advent“ Sophie kramte in ihrer Tasche herum und drückte jedem eine liebevoll gestaltete Einladungskarte in die Hand. „Nächstes Wochenende ist das Adventstreffen geplant.“ Vor einigen Jahren hatten sie sich in ihrer Clique darüber beklagt, wie stressig die Wochen vor Weihnachten waren – alle Lehrer wollten nochmal Arbeiten schreiben oder Referate hören, man hatte den Druck, für alle Lieben das passende Geschenk zu finden und die Eltern verbreiteten noch mehr Hektik. Um diesem Gefühl gegenzusteuern, veranstaltete Sophie ein „Adventszeit ohne Stress“-Treffen. Sie nutzten das Wochenende, an dem ihre Eltern zum Skifahren fuhren, um sich bei ihr zu verabreden, tranken Glühwein und schauten sich „Eine Weihnachtsgeschichte“ an. Aus einer spontanen Idee heraus entstanden war das Treffen inzwischen zu einer festen Institution im Jahresplan ihrer Clique geworden. Dementsprechend freuten sich auch alle auf die Auszeit, auf das Abschalten und entspannte Treffen. „Ähm ja danke, aber…“, begann Andy und Sophie unterbrach ihn. „Es gibt kein Aber, du musst kommen! Die einzige Ausrede, die ich gelten lasse, wäre ein Aufenthalt auf der Intensivstation.“ „Das hatte ich nun nicht grade vor“, grinste Andy. „Ich wollte nur wissen, ob ich jemanden mitbringen darf?“ „Klar“, nickte Sophie, wand sich schon ab, drehte sich dann aber mit weit aufgerissenen Augen wieder um. „Wie jetzt? Jemanden? Ein Mädchen?“ „Nein, ein Alien“, stöhnte Andy.
„Andy hat eine Freundin?“ Sophie starrte ihn so erstaunt an, dass Daniel und Lasse grinsen mussten. Aber das beantwortete wohl die Frage, wie Andys Date gelaufen war.
„Ja, wahrscheinlich sind wir wohl zusammen“, erzählte der jetzt. „Also wir haben da noch nicht so ganz genau drüber geredet, wie wir das eigentlich nennen, aber wir sind für nächstes Wochenende verabredet und wenn es für dich okay ist, frage ich sie, ob sie mitkommen will.“ „Klar ist das okay“ Sophie schien sich wieder halbwegs gefangen zu haben. „Auf das Wesen sind wir doch alle gespannt.“ Zustimmendes Nicken der anderen, dann ergänzte Sophie in die Runde: „Felix kann auch gerne mitkommen, wenn er Zeit und Lust hast.“ Während Andys Gesichtsfarbe sich langsam wieder normalisierte, war es nun Lasse, der feuermelderrot anlief und seine Einladung fallen ließ. Ein Lächeln zuckte in Sophies Mundwinkeln, dann schaute sie Katharina an: „Wollen wir eben zu Frau Schrader wegen des Termins für das Referat?“ Katharina begriff den Wink mit dem Zaunpfahl sofort und folgte ihr.
„So so“ Andy schaute Lasse an, der rutschte auf seinem Stuhl hin und her wie ein Kleinkind, das dringend aufs Klo musste, und schwieg. „Du siehst so gar nicht nach „Wir sind nur Freunde“ und „Ich will nichts von ihm“ aus“, stellte Andy fest und Lasse zuckte mit den Achseln.
„Raus mit der Sprache“, verlangte nun auch Daniel, der zu seinem Bedauern Felix gestern Abend nicht mehr erreicht hatte.
Lasse schaute sich um, vergewisserte sich, dass keiner zuhörte und gestand dann: „Wir sind wohl doch ein bisschen mehr als „nur“ Freunde.“
„Ach was“, grinste Andy. „Woher der plötzliche Sinneswandel?“
„Erzählt es bitte nicht weiter“, bat Lasse statt einer Antwort. „Er hat sich so komisch benommen, weil er Angst hat. Ich weiß ganz gut, wie das ist, wenn man so verunsichert ist und an seiner Schule sind viele wohl nicht so entspannt wie bei uns.“
Daniel nickte nachdenklich, das deckte sich mit dem, was Felix auch ihm erzählt hatte. „Ne, wir behalten es für uns“, versprach Andy. „Hauptsache, zwischen euch ist es jetzt klar. Außerdem fand ich ihn beim letzten Mal nett, wäre cool, ihn wiederzusehen.“
„Ich frage ihn“, nickte Lasse und tat das noch am gleichen Abend.

FELIX‘ POV
Er erklärte Felix die Tradition und der war nicht ganz überzeugt. „Hm, ich weißt nicht“, meinte er. „Wenn das so ein Ding in eurer Clique ist, störe ich bestimmt.“ „Du störst doch nicht!“ Lasse klang so entrüstet, dass Felix lächeln musste. „Erstens bringt Andy seine Freundin mit, die noch niemand kennt, zweitens hat Sophie dich explizit eingeladen und drittens würde ich mich freuen.“
„Na da kann ich ja nicht mehr viel gegen sagen“
„Eben“
„Aber…“
„Aber was?“
„Aber wir sind … also wir bleiben dabei, dass wir nicht … also dass wir als Freunde hingehen? Also natürlich wissen wir beide, wie es wirklich ist, Daniel bestimmt auch, aber so alle anderen…“
„Ich hab dir versprochen, dass ich dich nicht unter Druck setze, und das ist auch so. Wir hängen das nicht an die große Klingel.“
„Glocke“, kicherte Felix und hörte Lasses Verwirrung übers Handy. „Welche Glocke?“ „Etwas an die große Glocke hängen“, erklärte Felix und Lasse stöhnte: „Deutsch ist eine komische Sprache. Na jedenfalls erzählen wir es nur, wenn du es willst. Zu Sophies Treffen kannst du einfach nur als Freund von Daniel und mir mitkommen.“
„Danke“
„Da nicht für. Soll ich dich abholen am Samstag?“

Entgegen seiner Befürchtungen fühlte Felix sich am Samstag kein bisschen unwohl oder wie ein Störenfried. Er wurde von Sophie ebenso herzlich begrüßt wie die anderen und bekam einen Becher Glühwein in die Hand gedrückt. Sie saßen im Wohnzimmer in Sophies Elternhaus, das ohne kitschig zu wirken dekoriert war, und in dem ein offener Kamin angenehme Wärme verbreitete. Der Glühwein tat sein Übriges und bald hatten alle Pullover und langärmlige Oberteile ausgezogen und lümmelten in T-Shirts auf der großen Couch, den Sessel oder einfach auf dem flauschigen Teppichboden. Felix saß neben Lasse, sie hielten eine Art „Sicherheitsabstand“ und musterte die anderen unauffällig. Katharina hatte er direkt wiedererkannt, bei einigen anderen war das ohne Kostüm gar nicht so einfach, aber er vermutete, dass er die meisten auf der Halloweenparty schon getroffen hatte. Nach Andy hielt er zunächst vergeblich Ausschau und tatsächlich betrat der Junge erst nach ihm und Lasse den Raum – und bei einem Blick auf das Mädchen mit den schwarzen Locken an seiner Seite blieb ihm der Mund offenstehen. Auch Andys Begleiterin starrte ihn einen Moment an, fing sich aber schneller wieder. „Felix?“, stellte sie allerdings auch nur wenig geistreich und mit ihrem leichten französischen Akzent fest. „Was machst du denn hier?“
„Äh, ich bin eingeladen“ Auch Felix stellte seine Intelligenz in diesem Moment eher nicht unter Beweis. „Und du?“
„Ich auch“, antwortete das Mädchen. „Ich wusste nur nicht, dass du hier jemanden kennst“
„Ja, dito“
Andy, Daniel und Lasse hatten den wenig aufschlussreichen Dialog ebenso ratlos verfolgt und nun mischte sich Andy ein: „Woher kennt ihr euch?“
„Wir gehen auf die selbe Schule“, antwortete Felix. „Amélie ist in meiner Parallelklasse.“
„Ach so“ Andy schien der sprichwörtliche Kronleuchter aufzugehen, dann schlug er sich die Hand an die Stirn, „Klar, hätte ich mir denken können. Es gibt ja nur zwei Gymnasien und da ihr beide nicht an unserem seid…“ Felix schien seine Fassung wiedergefunden zu haben und erklärte nun Amélie: „Daniel ist ein Freund von mir, durch ihn habe ich auch Andy und die anderen aus seiner Clique kennen gelernt.“ Amélie nickte und fühlte sich nun wohl auch zu einer Antwort verpflichtet, aber andererseits war es in ihrem Fall offensichtlich, was sie in diese Gruppe brachte. „Ich bin mit Andy hier“, erklärte sie also überflüssigerweise und Daniel und Lasse fanden ihre Manieren wieder und stellten sich vor.

Als sie und Andy außer Hörweite waren, um sich Getränke zu holen und die anderen zu begrüßen, wand sich Daniel an Felix. Die Neugier stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Du kennst Andys Freundin? Wie ist sie so? Wir sind wahnsinnig neugierig, er war bisher nicht der Typ für was Festes, deswegen sind alle so verblüfft.“ „Kennen ist übertrieben“, musste Felix die Erwartungen dämpfen. „Wie gesagt, sie ist in meiner Parallelklasse, wir waren gemeinsam auf einigen Klassenfahrten und haben zusammen Kunst und Musik. Ich hab, glaube ich, noch nie mehr als Hallo mit ihr geredet. Ich weiß, dass sie Franzosin ist und die Sprache fließend spricht, sie gibt einigen aus meiner Klasse Nachhilfe. Aber das war’s, also müsst ihr sie selbst kennenlernen.“ „Das machen wir sowieso“, grinste Daniel, während Lasse ihn anschaute. „Sie ist aber keine, von denen du mir erzählt hast? Mit denen es bei manchen Themen Probleme geben könnte?“, fragte er und Felix musste einen Moment überlegen. Das war so diskret formuliert, dass er wirklich nicht direkt dahinter kam, dass Lasse sich auf die Erzählungen über Intoleranz und dumme Witze einiger Mitschüler bezog. „Nein, nein, das sind andere“, versicherte er schnell. Er wollte Andys neue Freundin nicht schlecht dastehen lassen, hatte außerdem tatsächlich von ihrer Mädelsgruppe noch nichts dergleichen bemerkt. In dem Moment kamen ihre Gesprächsobjekte zurück, sodass sie sich der Platzwahl zuwendeten, denn Sophie wollte nun auf dem großen Fernseher, der mit der Dolby Sourround Anlage fast schon ein Gefühl wie im Kino erzeugte, die Weihnachtsgeschichte zeigen. Andy warf einen Blick auf die Couch, auf der einen Seite saßen Daniel und Katharina, sie eng neben ihm, fast schon auf seinem Schoß, daneben Felix und Lasse. Der Sessel war noch frei. „Da passen wir nicht mehr beide dazwischen“, stellte Andy bedauernd fest und setzte sich dann zwischen Lasse und Daniel. Felix schluckte, durch die Person mehr auf der Couch war er zwangsläufig deutlich enger an Lasse gerutscht, sein Knie berührte das des anderen und ihre Hände waren nur zentimeterweit voneinander entfernt. Felix‘ ganze Körper kribbelte, ihm wurde so warm, dass es fast unangenehm war, er hätte nichts lieber getan, als noch dichter an Lasse zu rücken, seine Hand zu nehmen, seinen Arm fest um seine Schultern zu legen und auch als ihn zu küssen. Seit ihrem ersten Kuss hatte sich das nicht mehr wiederholt, sie hatten sich am Sonntagabend mit einer langen Umarmung verabschiedet. Die Begrüßung heute Nachmittag war kurz und nervös gewesen, da Felix‘ Mutter zu Hause gewesen war. Sie war nicht der Typ dafür, seine Kumpels auszufragen oder sich sonst peinlich zu benehmen, aber sie hatte Lasse kurz begrüßt. Natürlich konnte sie nicht wissen, wie nervös sie Felix damit machte und dieser hatte sich nur hektisch verabschiedet und Lasse quasi hinter sich her aus der Wohnung gezerrt. Einerseits sehnte er sich so sehr danach, Lasse nahe zu sein, gleichzeitig hatte er aber auch Angst. Große Angst. Außerdem würde es komisch wirken, wenn er auf seinem Platz bestand, während Andy nicht neben seiner Freundin sitzen konnte. Diese schien das, ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen, genauso zu sehen, und er erhob sich. „Setz dich, ich nehme den Sessel“
Ihr strahlendes Lächeln belohnte ihn, aber Felix‘ Aufmerksamkeit galt Lasse. Dessen Mimik war sehr kontrolliert und nur wer ihn in dem Moment so genau anschaute wie Felix, der bemerkte den Anflug von Traurigkeit. Dann lächelte er direkt wieder, schien Felix versichern zu wollen, dass alles okay war, dass er mit der Geheimhaltung einverstanden war. Felix versuchte, zurück zu lächeln, hatte aber das Gefühl, dass es eher wie eine Grimasse wirkte. Dann setzte er sich in den Sessel und Sophie schaltete das Licht ab, sodass der Raum nur noch vom schwachen Flackern des Kamins erhellt wurde, und startete den Film. Felix bemühte sich, seine Sehnsucht nach Lasses Nähe zu ignorieren und sich auf die Stimmung des Films und die gemütliche Atmosphäre einzulassen.

DANIELS POV
Nicht nur Felix war Lasses trauriger Gesichtsausdruck aufgefallen. Daniel seufzte, Andy hatte manchmal soviel Einfühlungsvermögen wie auf einen Teelöffel passte. Er hätte sich genauso gut mit Amélie auf dem Schoß in den Sessel setzen und Lasse und Felix den Platz auf der Couch überlassen können. Aber Felix hatte fast erleichtert gewirkt, als wäre er auf der Flucht. Beide taten Daniel Leid, er konnte Felix‘ Angst zwar nicht wirklich nachvollziehen, aber er war auch in einer von Offenheit und Toleranz geprägten Umgebung aufgewachsen, hatte von klein auf wie selbstverständlich mitbekommen, dass Liebe einfach Liebe war. Leider war das nicht überall so, das wusste er. Andys Eltern beispielsweise hatten eine ganz andere Einstellung zum Thema Homosexualität und Daniel konnte sich gut vorstellen, wie Kinder dadurch geprägt wurden und dass nicht alle bewusst einen so eigenen Standpunkt vertraten wie Andy und sein Bruder. Und dass das Angst machte, wenn man viel mit solchen Leuten zusammen war und dann plötzlich Gefühle für jemanden vom gleichen Geschlecht entwickelte, war irgendwie logisch. Eine echte Schande, dass das in der heutigen Zeit in ihrem Land immer noch so war. Er hätte den beiden gern geholfen, nahm sich vor, ihnen auf jeden Fall nochmal Unterstützung zuzusichern. So richtig hatte er noch gar nicht mit Felix gesprochen, das musste er unbedingt nachholen. Katharina stupste ihn an und ihr fragender Blick riss ihn aus seinen Grübeleien. Schnell schenkte er ihr ein Lächeln und richtete den Blick auf den Fernseher. Aber Katharina war auch nicht blöd – natürlich nicht, er hatte sich ja unter anderem wegen ihrer aufmerksamen Art und ihrer Empathie in sie verliebt. Sie nickte unauffällig in Richtung Lasse und Felix und zog fragend die Augenbrauen hoch. Daniel biss sich auf die Unterlippe, was sollte er jetzt tun? Denn Kopfschütteln würde quasi bedeuten, seine Freundin anzulügen. Nicken würde bedeuten, die beiden zu outen und er hatte ihnen fest versprochen, genau das nicht zu tun. Er entschied sich schließlich für eine Antwort irgendwo dazwischen, legte den Finger an die Lippen und sie begriff zu seiner Erleichterung sofort. Ein kurzes Nicken, dann legte sie ihren Kopf wieder an seine Brust und er kraulte ihr sanft über den Rücken. Dabei schaffte er es zumindest für eine gewisse Zeit, Felix und Lasse zu vergessen. Er liebte diese entspannte Adventstreffen mit seinen Freunden, aber den Film kuschelnd mit seiner Freundin zu sehen, machte es noch schöner. Scheinbar war er nicht der einzige, der so empfand, beim Blick auf Andys glückliches Gesicht und das ebenso strahlende Mädchen in seinen Armen musste er lächeln. Leider zeigte der Glühwein bald noch eine andere Wirkung als der, dass ihm angenehm warm war. Wieder einmal musste er feststellen, dass er das Windeln tragen manchmal vermisste. Eingekuschelt auf der Couch musste man so die gemütliche Sitzposition nicht aufgeben und den Film nicht für eine lästige Toilettenpause unterbrechen. Wenn er allein war, machte er das immer wieder und wenn er ganz ehrlich war, war es nicht nur Bequemlichkeit, nicht nur ein rein praktischer Grund, sondern auch spannend, hatte den Reiz des Verbotenen oder zumindest dessen, was sich nicht gehörte, was man als fast Erwachsener einfach nicht tat. Beim Stichwort spannend kehrten seine Gedanken unweigerlich zum letzten Abend mit Felix zurück, daran, wie aus anfänglichem Herumalbern schließlich Ernst geworden war. Sie hatten sich tatsächlich gegenseitig gewickelt, unsicher, mit eiskalten, zitternden Fingern unter denen der andere zusammengezuckt war, nervös kichernd. Daniel hatte kurz Angst vor seinem eigenen Mut bekommen und befürchtet, Felix verschreckt zu haben. Aber dessen zittriges Grinsen und das Blitzen in seinen Augen hatte ihn vom Gegenteil überzeugt. Daniel schämte sich zwar einerseits für die doch ziemlich verrückte Aktion, hoffte aber gleichzeitig auf eine Wiederholung. Oder vielleicht sogar mal mit Katharina… Er musste über sich selbst den Kopf schütteln, noch vor wenigen Wochen hatte ihn der Gedanke, auch nur mit ihr über das Thema zu sprechen, in Panik versetzt, und jetzt spukten solche Wünsche in seinem Unterbewusstsein herum. Das war Schwachsinn, das wusste er selbst. Er sollte froh sein, dass sie so entspannt und locker damit umging, dass sie einfach weiter mit ihm kuschelte, wenn er schon seine Windel trug. Und da er das gerade nicht tat, sollte er jetzt schleunigst aufstehen und auf Toilette gehen! Mit einem entschuldigenden „Zuviel Glühwein“ schob er Katharina von seinem Schoß und schlich aus dem Wohnzimmer.

FELIX‘ POV
Trotz seiner verwirrenden Gefühle hatte Felix den Film und die Atmosphäre ein bisschen genießen können. Als Sophie jetzt das gedämmte Deckenlicht und Lounge Musik im Hintergrund anschaltete, erhob sich Lasse von der Couch. Er füllte zwei Becher Glühwein und schlenderte wie zufällig zu Felix. „Willst du?“, bot er an und setzte sich auf die Sessellehne, penibel auf einen gewissen Abstand achtend. Felix nickte. „Gern. Der schmeckt viel besser als die, die man auf Weihnachtsmärkten zu kaufen bekommt.“ „Ist ein Geheimrezept“, lachte Sophie. „Angeblich wird es schon seit Generationen in unserer Familie weitergegeben und es jemandem verraten steht unter Todesstrafe.“ „Das glaube ich sofort“ Felix nahm noch einen großen Schluck und Sophie betrachtete ihn und Lasse nachdenklich. Dann sagte sie ganz ruhig, wie nebenbei: „Apropos Strafe, die braucht ihr nicht zu befürchten, das wisst ihr hoffentlich?“ Felix spürte, wie ihm schwindelig wurde, einen Moment befürchtete er, bewusstlos vom Sessel zu rutschen. Er schnappte nach Luft und hörte Lasses Stimme wie durch Watte: „Wie meinst du das?“ Sophie blieb ganz ruhig. „Ihr seid ein hübschen Paar, aber ihr wirkt, als hättet ihr Angst. Und das müsst ihr nicht, vor niemandem hier.“
„Ein Paar?“ Lasse krächzte hörbar, aber Felix konnte und wollte dieses Gespräch nicht weiterführen. Er schaffte es gerade noch, seine halbvolle Tasse Glühwein auf dem Tisch abzustellen statt über den Teppich zu kippen, dann sprang er auf und stürzte davon, aus dem Wohnzimmer und über den Flur in den Vorgarten von Sophies Elternhaus. Jetzt war genau das passiert, wovor er sich so gefürchtet hatte! Wenn es die anderen nicht schon genauso gewusst hatten wie Sophie, dann waren sie jetzt durch ihre Aussage auf jeden Fall bestens informiert. Er konnte ihr nicht mal wirklich einen Vorwurf machen, sie hatte sich wahrscheinlich nichts dabei gedacht, es nur gut gemeint. Aber jetzt wussten alle aus Daniels Clique Bescheid und was noch viel schlimmer war, mit Amélie auch jemand aus seiner Schule. Wieder meinte er, die Stimmen seiner Freunde zu hören, die Kommentare über den „Schwuchtel“ aus der Stufe über ihnen, das spöttische „Bist du schwul oder was?“. Er konnte nicht mehr klar denken, wollte nur noch hier weg, nach Hause und niemanden außer vielleicht Daniel und natürlich Lasse, niemandem je wieder in die Augen blicken müssen. Er spürte, dass er zitterte, inzwischen nicht mehr nur vor Anspannung. Die Temperatur war in den letzten Tagen deutlich abgefallen und inzwischen fiel grauer Schneeregen vom Himmel, durchnässte seine Jeans, seine Haare und bedeckten seine nackten Armen. Bei seiner überstürzten Flucht hatte er noch nicht mal seinen Pullover wieder angezogen, ganz zu schweigen davon, seine Jacke und Portemonnaie und Handy mitzunehmen. Also zumindest bis zur Garderobe im Flur musste er nochmal zurück, der Pullover war nicht so wichtig. Vielleicht konnte er sich bis dahin schleichen ohne von jemandem entdeckt zu werden?

DANIELS POV
„Verdammt“, stöhnte Katharina, die den kurzen Dialog zwischen Sophie, Lasse und Felix genauso wie die meisten anderen mitbekommen hatte. Daniel nickte, er hätte es nicht treffender formulieren können. Sophie biss sich auf die Unterlippe und sah aus wie das personifizierte schlechte Gewissen. „Es tut mir Leid“, beteuerte sie an Lasse gewandt. „Das wollte ich nicht, ihr habt mir nur Leid getan und weil du ja komplett geoutet bist, dachte ich nicht, dass das bei ihm so ganz anders ist.“ „Schon gut“, murmelte Lasse nur und jetzt ergriff Amélie das Wort. „Wie jetzt?“, rief sie. „Felix ist schwul?“ „Kannst du das bitte für dich behalten?“, flehte Lasse und statt einer echten Antwort starrte sie ihn nur weiter verblüfft an. Daniel erhob sich, er hatte Felix soviel zu verdanken, höchste Zeit, sich zu revanchieren. Er schlüpfte in sein eigenes Sweatshirt und ergriff das von Felix. „Ich gehe ihn suchen.“ Musste er nicht lange, Felix saß zusammengekauert und zitternd auf der Mauer unter dem Dachvorsprung. „Hier“ Daniel hielt ihm seinen Pullover hin und er zerrte ihn mit einem dankbaren Blick über den Kopf. Daniel setzte sich neben ihn und legte ihm schweigend den Arm um die bebenden Schultern. „Schon gut“, murmelte er und als Felix‘ Zittern ein bisschen nachließ, tauchte auch Lasse auf. Er schaute Felix an: „Es tut mir Leid“
„Was? Wieso dir?“ Felix klang ehrlich verwirrt und Lasse murmelte: „Weil ich nicht vorsichtig genug war.“
„Schon okay, es ist nicht deine Schuld“, versicherte Felix. „Ich wollte auch neben dir sitzen. Und noch mehr… Es ist nur … also eure Freunde sind das eine, aber Amélie… Ich hab Angst.“

„Ich weiß“, meinte Lasse ganz ruhig und Daniel stand einer plötzlichen Eingebung folgend auf und tauschte schweigend mit Lasse den Platz. Der nahm seinen Freund – dass die beiden ein Paar waren, war nun endgültig klar – in den Arm und als Felix sich scheinbar ein bisschen beruhigt hatte, schlug er vor. „Komm, wir sprechen mit Amélie. Sie wirkt nicht, als könnte man nicht mit ihr reden und wenn wir sie darum bitten, es nicht an eurer Schule rum zu erzählen, macht sie das sicher.“ Felix wirkte nicht ganz überzeugt und wiederholte: „Ich hab Angst.“ „Ich weiß“, antwortete Lasse. „Glaub mir, ich weiß, wie das ist.“ Daniel versicherte jetzt: „Wir helfen euch, egal, wie es ausgeht. Sophie dreht durch vor schlechtem Gewissen, sie, Katharina und Andy mögen dich und freuen sich für Lasse.“ Felix erhob sich langsam, sein Gesicht bleich, in den Augen standen Tränen, aber er hielt sich an Lasses Hand fest und folgte ihnen nach drinnen. Sophie saß neben Katharina auf der Couch und schaffte es kaum, den Blick zu heben. „Es tut mir Leid“, flüsterte sie. „Ich wollte euch nur Mut machen und hab dabei nicht nachgedacht, was das für dich bedeuten könnte. Das war sehr dumm und wenn es rückgängig machen könnte, würde ich es sofort tun.“ Daniel hatte die fröhliche, selbstbewusste Sophie noch nie so zerknirscht erlebt und Felix schien ihre Entschuldigung fast peinlich. Seine Stimme zitterte, aber er schaute sie und auch Katharina an. „Schon okay“, versicherte er. „Ich weiß, dass du es gut gemeint hast und das ist echt lieb von dir. Es ist toll, dass Lasse solche Freunde hat, dass ihr so tolerant sein und na ja, auch so nett zu mir. Lasse und Daniel haben mir erzählt, dass du mich direkt eingeladen hast.“ Sophie lächelte und versicherte: „Und an der Unterstützung ändert sich nichts, jetzt, wo wir Bescheid wissen.“ Katharina nickte zustimmend. „Vor uns oder unserer Reaktion brauchst du wirklich keine Angst haben.“ Während Lasse und Felix sich langsam entspannten, drehte Daniel sich zu seinem besten Freund um. Der saß neben Amélie, schaute aber nicht sie an, sondern Lasse. Felix flehte derweil das Mädchen an: „Bitte erzähl das nicht an der Schule rum. Bis jetzt hat niemand eine Ahnung davon und du weißt ja, wie viele bei dem Thema reagieren, hast die Reaktion auf Jans unfreiwilliges Outing letztes Jahr mitgekriegt. Das muss ich wirklich nicht haben.“ Amélie nickte und nach einem Moment erlöste sie alle Anwesenden: „Klar, ich erzähle es nicht weiter. Versprochen!“
„Danke“ Felix klang so erleichtert, dass alle lächeln mussten. „So“, rief Andy. „Waren wir dann alle genug sentimental, ja? Ihr beiden könnt euch jetzt mit auf die Couch setzen, wenn alle kuscheln ist genug Platz.“ Das schien die angespannte Stimmung endgültig zu lösen und tatsächlich folgten Felix und Lasse seiner Aufforderung.

Der Rest des Abends verlief in guter Stimmung, Daniel musste beim Blick auf Lasse und Felix, die jetzt mit einer süßen Mischung aus schüchtern und verliebt kuschelten, lächeln. Erst als nicht nur Katharina immer wieder gähnte, erhoben sich die Gäste und verabschiedeten sich allmählich. Andy und Amélie waren schon weg, hatten vermutlich Sehnsucht nach ein bisschen Zweisamkeit, als Daniel, Katharina, Lasse und Felix sich anzogen. Der Däne bückte sich gerade um seinen Schuh zuzuschnüren, als sein Handy klingelte. Der Glühwein hatte offensichtlich Einfluss auf seinen Gleichgewichtssinn, jedenfalls stolperte er bei dem Geräusch über seinen offenen Schnürsenkel, versuchte noch, sich an Felix festzuhalten, landete aber schließlich zu dessen Füßen. Die anderen drei konnten nicht anders, sie mussten kichern und Lasse blieb einfach auf dem Boden sitzen, einen Schuh an, und nahm den Anruf entgegen. Daniel hatte ihn schon einige Male mit seinen Eltern oder Freunden aus Dänemark telefonieren hören und erkannte einige der Wörter wieder, konnte sie aber nicht übersetzen. Lasses Gesichtsausdruck und seine Stimme machten aber auch ohne die Sprache zu sprechen klar, dass er keine guten Neuigkeiten hatte. „Es geht leider nicht, dass du bei mir übernachtest“, erklärte er Felix. „Leif sollte ja eigentlich bei einem Freund schlafen, aber er ist krank geworden. Ich will dich nicht ausladen, aber mit meinem kranken Bruder gemeinsam in einem Zimmer schlafen ist jetzt nicht unbedingt das, was wir uns vorgestellt haben.“ Felix nickte, auch ihm war die Enttäuschung anzusehen. „Wir könnten zu mir fahren“, schlug er zögernd vor. „Meine Mutter ist da entspannt, aber wir wären ungefähr ne Stunde mit dem Bus unterwegs.“ Lasse überlegte, scheinbar hatten die beiden sich nach dem emotionalen Verlauf des Abends wirklich auf ein bisschen Zeit zusammen gefreut, Daniel wusste auch, dass es ihre erste Übernachtung war, die auf dem Spiel stand.

Kurzentschlossen schlug er vor: „Wollt ihr mit bei mir pennen?“ Hastig ergänzte er, um alle Anwesenden, einschließlich Katharina, zu beruhigen: „Also nicht bei mir im Zimmer, keine Sorge. Wir haben oben neben dem Atelier von meiner Mum ein Gästezimmer. Meine Eltern sind nicht da, Mona wahrscheinlich bei ihrem Freund. Also da hättet ihr eure Ruhe und ein Bett zum kuscheln ohne dass ihr noch eine Stunde rumgurken müsst.“
„Wir wollen nicht stören“ Lasse war wie üblich diplomatisch und schaute vor allem Katharina an. Die grinste, auch ihre Wangen waren vom Alkohol gerötet. „Wenn ich mit Daniel in seinem Zimmer bin, lassen wir uns von Leuten im Gästezimmer sicher nicht stören…“ „So so“, kicherte ein ebenfalls hörbar angetrunkener Felix, während Daniel spürte, wie ihm die Hälfte seines Blutes in die Wangen schoss, die andere Hälfte in ein anderes Körperteil. „Na also, dann gehen wir“, versuchte er seine Verlegenheit zu überspielen und die anderen folgten ihm zur Bushaltestelle.

Eine halbe Stunde später saßen sie doch erst mal alle noch in Daniels Zimmer zusammen, teilten sich jeweils noch ein Bier und unterhielten sich. Lasse und Felix wirkten inzwischen vollkommen gelöst, als hätten sie nur auf ein bisschen weniger Öffentlichkeit gewartet. Während er und Katharina auf seinem Bett lümmelten, saßen die beiden auf der Couch und statt Abstand zu halten, kuschelten sie nun ganz ungeniert miteinander. Daniel freute das sehr, die beiden wirkten so glücklich und beide hatten dieses Glück mehr als verdient. Er nahm einen Schluck Bier, dann grinste er, denn Lasse erhob sich schon zum zweiten Mal, seit sie hier waren, seufzend. Da ihm das Thema durchaus immer noch im Kopf herumspukte, konnte er sich ein bisschen sticheln nicht verkneifen. „Also Glühwein ist fies, aber du hast schon eine echte Frauenblase.“ Lasse blieb in der Tür stehen, verdrehte die Augen, scheinbar fiel ihm aber keine Antwort ein. Dafür aber Katharina, die nämlich hörbar entrüstet erklärte: „Also Frauenblase ist gut! Darf ich euch daran erinnern, dass du vorhin auch schon auf Toilette musstest und Felix im Bus herumgezappelt hat wie ein Kleinkind, das gleich in die Hose macht? Ich kann da deutlich besser aushalten mit meiner Frauenblase.“ „Hey!“, protestierte Felix, wurde dunkelrot und schien zu überlegen, ob ihr ganz kleinkindmäßig die Zunge raus strecken sollte. Daniel war beeindruckt von der Schlagfertigkeit seiner Freundin und auch damit, dass sie auf das Thema einstieg. Aus Felix sprach in dem Moment wohl auch mehr Unterbewusstsein als nachdenken, denn er erklärte: „Du übertreibst! Außerdem bin ich 16, ich hab ewig nicht mehr in die Hose gemacht!“
„Drei Monate würde ich jetzt nicht als ewig bezeichnen…“ Bämm! Okay, er selbst redete offensichtlich auch ohne nachzudenken und Felix‘ Gesichtsausdruck war immer noch beschämt, aber gleichzeitig auch verdammt wütend.

FELIX‘ POV
Das hatte er gerade nicht wirklich gesagt! Felix schluckte, er war so fassungslos, dass ihm der Mund offenstehen blieb. Daniel hatte gerade ernsthaft seiner Freundin, die er kaum kannte, erzählt, dass er sich vor ein paar Monaten tatsächlich in die Hose gemacht hatte. Zumindest sah er wirklich zerknirscht aus und bettelte mit seinem Blick um Verzeihung. Und Katharina? Felix schielte aus den Augenwinkeln zu ihr, würde sie sich angewidert abwenden? Aber sie schaute ihn an, offen, fragend, war das Neugier in ihrem Blick? Sie brach das Schweigen und schlug vor: „So, Lasse geht jetzt mal schnell auf Toilette und dann erzählt ihr mir, was ich offensichtlich nicht weiß.“ Als Lasse wieder neben ihm saß, kämpfte er mit sich. Klar, er hätte abblocken können, sagen, dass Katharina das nichts anging. Aber gleichzeitig stieg das schon vertraute Kribbeln, das mit dem Thema einherging, in ihm auf und irgendetwas in ihm schrie laut, dass er darüber reden sollte, es wollte. Er kuschelte sich wieder an Lasse, trank noch einen Schluck Bier und erzählte: „Ich lag mit Nierenbeckenentzündung im Krankenhaus, also hatte Daniel nicht nur jemanden, mit dem er über das Thema Windeln reden konnte, sondern auch einen Leidensgenossen.“
„Verstehe“ Katharina nickte und grinste dann: „Und wenn du bei Daniel übernachtest, bist auch auch solidarisch, obwohl du keinen medizinischen Grund mehr hast?“ Felix spürte buchstäblich, wie ihm die Kinnlade runter klappte, er spürte, dass Lasse neben ihm erstarrte und sah, dass auch Daniel der Mund offen stehen blieb. Gott, sie waren aber auch allesamt grauenhafte Schauspieler, einen Oscar fürs so tun als ob das weit von der Wahrheit entfernt wäre, würde keiner von ihnen gewinnen. Katharina begriff das entsprechend schnell. „Wie jetzt?“, vergewisserte sie sich. „Kein Scherz?“
„Kein Scherz“, bestätigte Felix kläglich und sie schüttelte den Kopf – erstaunt, aber nicht so entsetzt wie er befürchtet hatte. Genau genommen wirkte sie gar nicht entsetzt, höchstens amüsiert. Daniel klang dagegen umso verunsicherter: „Du hältst mich nicht für völlig gestört, weil ich meine Freunde quasi dazu überredet hab, aus Solidarität auch mal eine Windel anzuziehen?“
„Nein, tu ich nicht“ Als Bestätigung gab Katharina ihm einen langen Kuss, doch dann stockte sie. „Moment – Freunde?“ Kollektives Aufstöhnen, dann hob Lasse die Hände, als wollte er sich ergeben. „Ja, ich auch“ Er erzählte nun auch Katharina die Geschichte von seiner Cousine, vom neugierigen Ausprobieren und dass Daniel mit diesem Wissen natürlich keine Ruhe gegeben hatte. „Und wie ihr vorhin schon richtig festgestellt habt, muss ich andauernd auf Toilette, also haben die beiden mich beim Zocken dazu gezwungen, damit sie nicht andauernd Pause machen müssen.“
„Gezwungen, du Armer“, lachte Katharina. „Du siehst aus, als fändest du das ganz ganz schrecklich…“ Dagegen konnte Lasse nun auch nichts mehr sagen, also zuckte er etwas hilflos mit den Schultern und die drei Jungs schwiegen, Felix las aus ihren roten Köpfen, dass die anderen beiden ebenso verlegen waren wie er. Katharina hingegen grinste weiter und plötzlich schlug sie vor: „Na dann könnt ihr euch zum Schlafen ja alle eine anziehen, dann muss niemand ständig aufstehen.“ Die ganze Szene war zu surreal, sie saßen gerade tatsächlich zu viert zusammen und Daniels Freundin hatte ihnen als fast Erwachsene, vorgeschlagen, sie sollten doch Windeln tragen heute Nacht. „Aber aber aber“, stotterte er und sie unterbrach ihn: „Abba war eine schwedische Band.“
„Aber niemand von uns braucht sie, also außer Daniel“ Felix war zumindest wieder in der Lage, vollständige Sätze zu formulieren. Das war Daniel gegenüber auch nicht besonders nett formuliert, aber hey, der hatte sie immerhin überhaupt erst in diese Lage gebracht! Daniel wirkte einen Moment auch, als würde er sich ärgern, kam aber wohl zu dem selben Schluss. Und plötzlich grinste auch er und Felix ahnte nichts Gutes. „Aber ihr seid doch solidarische Freunde… Außerdem schlaft ihr in unserem Gästezimmer, da ist kein Matratzenschoner auf dem Bett.“ „Den brauchen wir ja auch nicht!“, behauptete Felix und bevor Daniel noch etwas sagen konnte, mischte sich Lasse ein. „Vielleicht hat Daniel Recht, so rein prophylaktisch kann doch nicht schaden.“ Das konnte nicht wahr sein, jetzt fiel ihm Lasse auch noch in den Rücken. In einer Art verzweifelter Resignation nickte er seinem Freund zu. „Dann los, wir lassen dir gern den Vortritt.“ Zu seiner Überraschung erhob sich Lasse ohne große Gegenwehr, ließ sich von Daniel eine zusammengefaltete Windel in die Hand drücken und verschwand damit ins Bad. Als er zurückkam, beäugte Felix ihn neugierig, aber unter Lasses relativ weiter Jeans und dem langen Pullover war nichts zu erkennen und auch das verräterische Knistern hörte er nicht. „Hast du sie wirklich angezogen oder versteckt?“
„Genau, im Bad versteckt, das Daniel sich mit seiner Schwester teilt“ Lasse verdrehte die Augen und erklärte entschieden: „Ihr müsst mir schon glauben, ich zieh mich jetzt nicht vor euch aus.“
„Schade“ Okay, er hatte definitiv zu viel getrunken, war high von der Dynamik in der Gruppe oder beides. Um Lasses Mundwinkel zuckte ein Grinsen, das aber verschwand, als Daniel ihn aufforderte: „Zieh mal den Pulli hoch!“ Immer noch vor ihnen stehend, von allen dreien neugierig beäugt, befolgte Lasse die Aufforderung und zu ihrer Zufriedenheit sah man den weißen Plastikrand der Windel ein Stückchen über seinen Hosenbund ragen. Mit einem triumphierenden „So“ setzte sich Lasse wieder und schob Felix sanft, aber bestimmt in Richtung Tür.
Die Windel in seiner Hand fühlte sich an als wäre sie glühend heiß, hinter der verschlossenen Badezimmertür ließ er sie auf den Boden fallen, als hätte er Angst, sich zu verbrennen. Einen Moment überlegte er, einen Rückzieher zu machen, diesen Unsinn zu beenden und schlafen zu gehen. Aber noch während er darüber nachdachte, knöpfte er seine Jeans auf, lehnte sich an die Wand und zog sich die Windel an. Zu seiner Erleichterung bekam er die Jeans darüber noch zu, aber gerade so. Man sah ihm die saugfähige Unterwäsche deutlich mehr an als Lasse. Das wurde auch von den anderen mit einem Grinsen zur Kenntnis genommen. Er spürte, wie ihm heiß wurde, bestimmt war sein Gesicht wie üblich bei solchen Themen dunkelrot. Er zerrte sich eine der Wolldecken hervor und legte sie über seine Beine, zog sie bis über den Bauchnabel hoch. Jetzt lief er zwar Gefahr, einen Hitzschlag zu bekommen, aber zumindest konnten die anderen ihm nicht mehr auf den Schritt starren. Lasse kuschelte sich wieder an ihn, was auch absolut nicht dazu beitrug, dass ihm weniger heiß war. Sein Herzschlag beschleunigte sich, seine Hände zitterten und er spürte kleine Schweißperlen seine Wirbelsäule entlang tropfen. Er versuchte sich einzureden, dass es im Zimmer einfach zu warm war, dass Lasses Nähe noch neu und aufregend war. Das stimmte sicher alles, aber er konnte sich nicht wirklich etwas vormachen, es war nicht nur das. Genauso sehr erregte ihn die ganze verrückte Situation, in der sie sich befanden, die Tatsache, dass sie inzwischen alle drei eine Windel trugen, neugierig von Katharina beäugt, dass Daniels Freundin sie dazu überredet hatte – und auch die Windel selbst, die Windel und die Tatsache, dass er inzwischen ziemlich dringend auf Toilette musste. So verrückt und aufregend das alles war, so sehr überkam ihn inzwischen auch das Bedürfnis, mit Lasse allein zu sein, mit Lasse und seiner Erregung. „Wollen wir langsam schlafen gehen?“, schlug er vor, hörte selbst, wie sehr seine Stimme zitterte. Lasse nickte zustimmen, Daniel grinste anzüglich: „Schlafen, ist klar… Aber macht mal, viel Spaß und gute Nacht.“

DANIELS POV
Die Tür fiel hinten den beiden ins Schloss und Daniel war mit seiner Freundin allein. Diese lächelte immer noch. „Willst du auch schlafen gehen?“ Katharinas Lächeln wurde noch breiter und er biss sich auf die Lippe. Eine blödere Aussage hätte ihm echt nicht einfallen können! „Also ich meine, nicht schlafen, aber ins Bett gehen“, versuchte er, die Situation zu retten.
„Wir sind im Bett“ Oh ja, das stimmte natürlich. Katharina war scheinbar auch der Meinung, dass er am besten den Mund halten sollte, sie zog ihn an sich und brachte ihn mit einem langen Kuss zum Schweigen. Er erwiderte ihn, der Kuss wurde leidenschaftlicher, Katharinas Finger glitten unter sein T-Shirt, strichen über seinen nackten Rücken, wanderten zielstrebig nach unten, fuhren am Saum seiner Jeans entlang, öffneten den Knopf… „He ich…“, er musste sich sehr beherrschen, noch sprechen zu können. „Ich hab doch… Also…“ „Ich weiß“, entgegnete sie nur und ließ sich nicht beirren. Daniel spürte Verwirrung in sich aufsteigen, er war ohne Zweifel erregt, wollte nichts mehr als sich fallenlassen, Katharina das Zepter zu übergeben und zu genießen. Aber auch wenn sie ihn quasi dazu überredet hatte, sich eine Windel anzuziehen, war das das doch sicher nur ein Scherz gewesen, sie konnte ihm doch nicht wirklich näherkommen wollen, während er sie trug, noch dazu eine richtige Windel mit Plastikfolie und vier Klebestreifen statt der saugfähigen Unterhose. „Soll ich … na ja … soll ich sie ausziehen?“, brachte er schließlich stockend hervor und sie schüttelte den Kopf, ließ aber von ihm ab, zog ihre Hände aus seiner Hose und ergriff seine. „Meinetwegen musst du sie nicht auszieh
en“, versicherte sie ruhig.
„Wirklich nicht?“
„Wirklich nicht! Mich stört es nicht, ich liebe dich und finde dich unglaublich attraktiv, egal, was du anhast. Ich hatte das Gefühl, dass ihr das alle drei irgendwie spannend fandet eben, ich hoffe, ich bin damit nicht zu weit gegangen. Also meinetwegen musst du dich nicht umziehen, außer es ist dir unangenehm.“ Daniel konnte nicht anders, er musste sie fest in den Arm nehmen und drücken für ihre Diskretion. Als ob sie nicht ganz genau spüren konnte, dass es ihm so gar nicht unangenehm war… Aber genau das machte sie so liebenswert, bei aller Verrücktheit wollte sie nichts tun, womit er nicht einverstanden war, wollte sichergehen, dass es auch für ihn gut war. Und das war es! Mit einem Lächeln und einem Nicken versicherte er ihr das, strich mit seinen Händen über ihren Nacken, langsam hinunter und an ihrem BH entlang. Er schloss die Augen und überließ Katharina die Führung, gab sich ihr und der Situation hin und genoss einfach nur.

FELIX‘ POV
Felix und Lasse stolperten Hand und Hand und vor sich hin kichernd die schmale Wendeltreppe nach oben, am Atelier von Daniels Mutter vorbei in das kleine Gästezimmer. Sie setzten sich nebeneinander auf das schmale Klappbett, immer, wenn Felix das Gefühl hatte, sie würden sich endlich beruhigen, brach Lasse wieder in sein ansteckendes Gelächter aus. Als sie schon keine Luft mehr bekamen, prustete Felix: „Ich glaube, Daniel braucht sich wirklich keine Sorgen machen, dass seine Freundin ein Problem mit seiner nächtlichen Unterwäsche hat.“ „Stimmt“, schmunzelte Lasse. „Na ja, wollen wir schlafen gehen?“ Felix nickte, das klang vernünftig. Allerdings musste er inzwischen so dringend auf die Toilette, dass er nicht sicher war, ob er überhaupt würde einschlafen können. Da sie ursprünglich bei Lasse hatten übernachten wollen und der keine Schlafsachen mit hatte, hatte Daniel ihm ihm eine Jogginghose und eine unbenutzte Zahnbürste geliehen und Felix ertappte sich dabei, dass er zwar so tat, als würde er in seinem Rucksack herumwühlen, aber aus den Augenwinkel immer wieder zu Lasse schielte, der sich kurzerhand im Zimmer umzog. Es sah einerseits absurd aus, aber gleichzeitig war der Kontrast zwischen dem fast erwachsenen Körper und der fast komplett weißen Windel faszinierend.
„Soll ich die Hose ganz auslassen, dann kannst du besser gucken?“
Verdammt, da war das mit dem unauffällig gucken wohl nicht ganz erfolgreich gewesen. Beschämt schüttelte er den Kopf, Lasse zuckte grinsend mit den Schultern und schlüpfte in die Hose. Felix tat es ihm gleich und kurz darauf lagen sie nebeneinander, zu zweit auf dem schmalen Bett blieb ihnen gar nichts anderes übrig, als sich eng aneinander zu kuscheln. Felix versuchte, seine randvolle Blase zu ignorieren, unterdrückte mühsam ein Seufzen. So würde er garantiert nicht einschlafen können. Ob Lasse schon eingeschlafen war? Dann könnte er aufstehen und sich kurz ins Badezimmer schleichen. Oder sollte er wirklich die Windel benutzen? Wenn er ganz ehrlich in sich hineinhorchte, reizte ihn genau dieser Gedanke. Der Gedanke, dem Druck nachzugeben, die Windel genau für ihren vorgesehenen Zweck zu benutzen, wie beim letzten Mal die Faszination zu erleben, wenn die warme Flüssigkeit sich verteilte und dann aufgesaugt wurde, die Windel dicker und schwerer wurde… Aber auch dafür müsste er zumindest aufstehen, auf dem Rücken liegend und mit Lasses Kopf auf seiner Schulter würde das garantiert nicht klappen. Er wollte den Jungen nicht wecken, aber während er noch zunehmend verzweifelter darüber nachdachte, ob er ihm ein Kissen unter den Kopf schieben und seinen Arm wegziehen konnte, spürte er Lasse neben sich herumrutschen. Er musste grinsen, dieser schlief also auch nicht, und das wahrscheinlich aus dem selben Grund wie er. „Kannst du auch nicht schlafen?“ Er spürte, dass Lasse den Kopf von seiner Schulter hob, und schüttelte. „Was ist los?“, forschte Felix. Er wollte, dass Lasse aussprechen musste, was er vermutete. „Ich muss pullern“, gestand Lasse auch prompt. „Die ganze Zeit schon, ich habe gehofft, dass ich einschlafe, bevor es so nötig ist. Hey, was gibt‘s da zu lachen?“
„Nichts“, kicherte Felix. „Mir geht‘s genauso.“
„Und was machen wir jetzt?“ Lasse klang ziemlich kläglich und Felix zögerte nur einen Moment. „Na ja, wir haben die Windeln ja an…“
„Also du meinst – in die Windel pullern?“
Felix nickte und Lasse holte tief Luft. „Hast du das schon mal gemacht?“ Felix dämmerte es, als sie zum letzten Mal alle drei mit Windel bei Daniel geschlafen hatten, waren zumindest sie beide trocken eingeschlafen und natürlich auch so aufgewacht. Lasse wusste nichts von den beiden anderen Übernachtungen und dem, was dort passiert war. Seufzend richtete er sich ein Stückchen auf, Lasse setzte sich neben ihn, schaltete die kleine Nachttischlampe an und schaute ihn aufmerksam an. „Das ist ein Ja, nicht wahr?“ Felix nickte langsam. „Im Krankenhaus natürlich…“, versuchte er, sich zu retten, aber Lasse unterbrach ihn. „Das ist mir klar, ich meinte davon abgesehen. Also freiwillig?“
Was sollte er jetzt tun? Er konnte Lasse nicht anlügen und wollte das eigentlich auch nicht.
„Ja, zweimal. Als ich bei Daniel übernachtet habe, er hat mich einfach nicht auf Toilette gehen lassen.“
„So was Gemeines aber auch“, spottete Lasse und Felix rief: „Ja, das ist wirklich gemein!“ „Na gut, dann muss ich dich auch einfach nicht gehen lassen“, überlegte Lasse und Felix entgegnete: „Du darfst aber auch nicht und wie Katharina schon ganz richtig festgestellt hat, bist du derjenige mit der Frauenblase.“
„Das werden wir ja sehen!“
Hatte Lasse ihn gerade tatsächlich herausgefordert? Er hatte und nun konnte Felix auch nicht mehr kneifen. Also nickte er und entschied: „Dann müssen wir aufstehen.“ Denn aus seinen beiden bisherigen Erfahrungen und Daniels Rat wusste er, dass es viel einfacher war, die Windel im Stehen zu benutzen, also musste es umgekehrt doch auch schwieriger sein, diese trocken zu lassen. Oh ja, das würde es definitiv werden! Kaum hatten sie sich vom Bett erhoben, spürte er, dass er verdammt dringend musste. Er zog scharf die Luft ein, wippte mit dem Fuß, bemühte sich aber, sich seine Verzweiflung nicht allzu sehr anmerken zu lassen. Dabei hätte er nichts lieber getan als mit den Händen nachzuhelfen, den Druck irgendwie ein bisschen abzuschwächen. Lasse grinste und sah in dem Moment nicht mehr unschuldig niedlich aus, sondern ein bisschen teuflisch. „Da du ja gerne Katharina zitierst – du siehst aus wie ein Kleinkind, das gleich in die Hose macht.“
„Ich hab ne Windel an, ich kann gar nicht in die Hose machen“, gab Felix den Klugscheißer. „Außerdem siehst du grade auch nicht besser aus.“ Das entsprach den Tatsachen, Lasses Gesichtsausdruck wirkte sehr unentspannt, er tippelte von einem Fuß auf den anderen und presste sich tatsächlich kurz eine Hand in den Schritt. Felix bemühte sich, sich ausschließlich auf seine Beobachtungen zu konzentrieren, sich damit von seiner eigenen Verzweiflung abzulenken. Lasse versuchte scheinbar dasselbe, denn er fragte: „Weißt du was?“
„Das Wasser ist nass?“, entgegnete Felix, erkannte im gleichen Moment, dass „nass“ ein ganz schlechtes Thema war und fügte hastig hinzu: „Ne, was denn?“
„Ich finde, dass das ziemlich nun ja … spannend zum angucken ist.“
„Was genau? Wenn ich vor deinen Augen – O-Ton „rumzappel wie ein Kleinkind“, weil ich unglaublich dringend auf Toilette muss?“
Lasse schwieg und Felix schaute ihn nun doch etwas verblüfft an. „Das findest du gut?“
Ein hastiges, sichtlich beschämtes Nicken, als würde er nicht mit ihm sprechen, murmelte Lasse: „Ich glaube, ich muss einfach mal die Badezimmertür abschließen, wenn wir allein zu Hause sind.“ Da taten sich ja Abgründe auf… Der ach so schüchterne, stets so brav wirkende Lasse fand Gefallen an seiner Verzweiflung. Na so was! Lasse konnte seine Reaktion scheinbar nicht deuten, in seinen Augen stand Angst. „Tut mir Leid…“, murmelte er und sah aus, als würde er gleich in Tränen ausbrechen. „Schon gut“, versicherte Felix hastig und grinste. „Ich finde es gut, dich in Windeln anzugucken, also sind wir irgendwie quitt.“ Darauf konnte Lasse auch wieder grinsen und bot an: „Soll ich die Hose doch wieder ausziehen, dann haben wir beide zu gucken?“
„Das ist ein ziemlich verlockendes Angebot“ Felix biss die Zähne zusammen, inzwischen war ihm die Wirkung auf den anderen Jungen egal, zumal dem ja offensichtlich genau das gefiel. Er verschränkte die Beine, presste sie zusammen, so fest er konnte und eine Hand in den Schritt. Leider hatte er das Gefühl, dass das alles nicht mehr wirklich helfen würde, dass er es jeden Moment nicht mehr aushalten und sich wirklich wie ein Kleinkind in die Windel machen würde. Er zwang sich, seine Aufmerksamkeit statt auf seine volle Blase wieder auf Lasse zu richten, der hielt sein Versprechen und zog sich die ohnehin zu große Hose von Daniel wieder aus, zumindest versuchte er es. Mit fest zusammengekniffenen Beinen auf der Stelle hin und her trippelnd war das gar nicht so einfach und als er mühsam ein Bein herausgezogen hatte, verlor er das Gleichgewicht und plumpste auf seinen gepolsterten Hintern. Dort blieb er sitzen, die Hose um die Knöchel baumelnd und Felix konnte an seinem Gesicht, an den weit aufgerissenen Augen und dem heftigen Ausatmen ablesen, was gerade passierte. Er spürte, wie auch er verlor, aus den ersten Tropfen wurden schnell mehr und mehr und schließlich konnte er nichts mehr dagegen tun, versuchte es auch nicht mehr. Er stand einfach vor Lasse und ließ zu, dass seine Windel nass und nasser wurde und dass Lasse ihn mit sichtlicher Faszination dabei beobachtete. Als der Däne wieder sprach, zitterte seine Stimme hörbar. „Und wer hat jetzt gewonnen?“ Felix setzte sich neben ihn, lehnte den Kopf an seine Schulter und lächelte. „Wir haben beide gewonnen.“

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